Zukunftsorientierte Wohnlösungen von Genossenschaften

Die demografische Entwicklung zeigt, immer mehr Menschen werden immer älter. Darauf muss auch der Wohnungsmarkt reagieren. Nicht selten entwickeln Baugenossenschaften interessante Lösungen, wie auf diese Situation reagiert werden kann. Dabei gibt es nicht eine richtige Lösung, sondern es gibt verschiedene Ansätze, die dazu beitragen, dass das Älterwerden im gewohnten Umfeld stattfinden kann. Wir haben Ihnen beispielhaft einige Projekte zusammengestellt, welche durch erfolgreiche Kooperationen für Bau und Betrieb, vernetzte Lösungsansätze sowie nachhaltige soziale, ökologische und ökonomische Lösungen auffallen.
Die vorgestellten Projekte sollen Inspirationen liefern zur Weiterentwicklung der eigenen Liegenschaften. Jedes der gezeigten Beispiele enthält verschiedene interessante Aspekte – eines ist ihnen allen gemeinsam – sie bieten Lösungen an, wie mit der demografischen Alterung umgegangen werden kann.
Das Älterwerden mitdenken

Beim Älterwerden steigt das Risiko, dass jemand vorübergehend oder dauerhaft auf Unterstützung und Hilfe angewiesen ist. Mit klugen Kooperationen können Genossenschaften individuellen Wohnraum zur Verfügung stellen, welcher bei Bedarf mit passenden Unterstützungsleistungen ergänzt werden kann. Mit diesen Massnahmen fallen keine grossen Fixkosten an, solange noch keine Unterstützung benötigt wird. Dennoch ist der Bezug von Hilfe und Unterstützung im Bedarfsfall einfach möglich.
>> Überbauung Soligänter, ZH 2011
>> Genossenschaft Schwirren-Park, BE 2007
>> Genossenschaft Alterswohnen Näfels, GL 2005
>> Genossenschaft Urtenen-Schönbühl, BE 2004
Wohnen und sich engagieren

Mit dem Ende des Berufslebens beginnt ein Lebensabschnitt, der eine neue Gestaltung des Alltags erfordert. In zahlreichen Projekten binden Genossenschaften die Ressourcen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner in das Wohnkonzept ein. Man engagiert sich gemeinsam für ein gutes nachbarschaftliches Zusammenleben und kann vorübergehend kleinere Hilfeleistungen übernehmen oder erhalten.
>> WohnenPLUS, Fläsch, GR 2011
Wenn der Pflegebedarf höher wird

Wenn die ambulante Unterstützung an ihre Grenzen kommt und jemand eine umfassende Betreuung braucht, bringt die Betreuung in einer Pflegewohngruppe einige Vorteile mit sich. Erstens kann die Person in der vertrauten Umgebung bleiben und von der Nähe zum sozialen Umfeld profitieren, zweitens bietet das Wissen um eine nahe Pflege eine gewisse Sicherheit im Alltag, und drittens können kleinere, dezentrale Angebote schneller auf Schwankungen im Bedarf reagieren als grosse Bauten. Genossenschaften vermieten in der Regel 2 bis 3 Wohnungen (ggf. Rohbaumiete) an Partner, welche die Pflege und Betreuung übernehmen.
>> Stiftung Alterswohnen Albisrieden, ZH 2005
Wohnmodell Hausgemeinschaften

Hausgemeinschaften zeichnen sich dadurch aus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur Mieter sind, sondern das Haus ganz oder teilweise selber verwalten. Viele der bestehenden Hausgemeinschaften sind als Genossenschaften organisiert. Während einige privat initiiert sind und als unabhängige Genossenschaften funktionieren, wählen andere die Form einer Hausgemeinschaft und schliessen sich einer grösseren Genossenschaft an. Schliesslich gibt es auch Genossenschaften, die in ihren Siedlungen einzelne Häuser mit Anteilen von Selbstverwaltung ausstatten.
>> Wohnbaugenossenschaft Buona Compagnia, Bonaduz, GR 2009
>> Wohnen im Hirschen Diessenhofen, TG 2007
Zum Wohnmodell Hausgemeinschaften haben wir auch einen separates Fokusthema zusammengestellt
Neue Raumkonzepte ausprobieren

Wie viel Platz braucht der Mensch? Und wie viel kann er sich leisten? Wie können Wohnkonzepte neuen Lebensstilmodellen entgegenkommen? Wohnbaugenossenschaften bieten Raum für die Entwicklung neuer Wohnformen wie beispielsweise das verdichtete Clusterwohnen, wo sich verschiedene Mieter eine grosse Küche und gemeinsame Wohnräume teilen.


