Age-Stiftung Wohnen und Älterwerden
 

Newsletter Juni 2016

Liebe Leserinnen und Leser

Viermal jährlich informieren wir Sie mit dem Newsletter über die Aktivitäten der Age-Stiftung und über andere Aktualitäten, die das Wohnen im Alter betreffen.
 

Förderprojekte

Studie Mehr-Generationen-Haus Giesserei

Das Mehr-Generationen-Haus Giesserei ist ein pionierhaftes Wohnprojekt. Es kombiniert das gemeinschaftliche Wohnen verschiedener Generationen mit einem selbstverwalteten Betriebsmodell sowie mit einem Nutzungsmix, der Dienstleistungsangebote und Gewerbe in die Liegenschaft integriert. Dr. Joëlle Zimmerli hat das Projekt zwischen 2014 und 2016 wissenschaftlich begleitet. Ihre Studie dokumentiert und analysiert die dynamische Entwicklung des ambitionierten Projektes. Daraus leitet die Autorin grundlegende Erkenntnisse ab, die für jede zukunftsgerichtete Siedlungsplanung richtungsweisend sein können.
 

Förderprojekte

Studie zum Wohnen im Heim mit niedriger Pflegestufe in den Alterszentren Zug

Eine aktuelle Studie, die Orgavisit im Auftrag der Alterszentren Zug durchgeführt hat, untersucht, weshalb Menschen mit niedriger Pflegestufe im Heim leben. Dabei wird deutlich, dass es immer eine Vielzahl von Gründen ist, die zu einem Heimeintritt führt. Wenn Pflegeheime nur noch Personen mit einem hohen Pflegebedarf aufnehmen, braucht es gute alternative Angebote in den Gemeinden. 
 

Förderprojekte

Altersgerechtes Quartier Luzern – Dokumentation und Evaluation

Städtische Quartiere bilden einen überschaubaren Sozialraum. Für älter werdende Menschen, die zunehmend zu Hause leben, hat er eine wichtige Bedeutung. Hier trifft man nicht nur Bekannte, sondern kann auch eigene Ressourcen einbringen. Im Projekt "Altersgerechtes Quartier Luzern", das 2012 gestartet ist, haben Frauen und Männer die Situation in ihrem Quartier erkundet und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Daraus entstanden Teilprojekte, die ab 2014 umgesetzt wurden. Der Schlussbericht skizziert den Projektverlauf und seine Wirkung. Zudem diskutiert er die Chancen, Herausforderungen und Grenzen, die mit einem solchen Projekt verbunden sind.
 

Förderprojekte

Studie zur Wirkung von Dämmerungssimulation bei Demenz

Dynamische Dämmerungssimulatoren ahmen die Lichtübergänge von Morgen- und Abenddämmerung nach. Auf das morgendliche Wohlbefinden von Menschen mit schwerer Demenz wirken sie positiv. Das zeigt die Pilotstudie zum Beleuchtungsprojekt der Stiftung Hofmatt (Münchenstein, BL), die den Einsatz dynamischer Dämmerungssimulatoren bei Menschen mit schwerer Demenz erstmals wissenschaftlich analysiert. PD Dr. Mirjam Münch (EPFL Lausanne), Prof. Dr. Anna Wirz-Justice (Zentrum für Chronobiologie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel) und Dr. Vivien Bromundt (Schlaf-Wach-Epilepsie-Zentrum, Inselspital Bern) begleiteten den Pilotbetrieb der eigens für das Projekt entwickelten Simulatoren. Der Schlussbericht „Dynamische Dämmerungssimulation bei Menschen mit Demenz“ schildert den betrieblichen Kontext, die Versuchsanlage und die Resultate der Studie. 
 

Gesuche

Förderanträge: Eingabetermin 20. Juli 2016

Förderanträge für die nächste Eingaberunde müssen bis am 20. Juli 2016 bei der Geschäftsstelle der Age-Stiftung eintreffen. Die Eingabe eines Gesuchs erfolgt mit dem Antragsformular für Förderbeiträge. Vor einer Antragsstellung empfehlen wir, die Grundsätze zum Fördern zu lesen und mit der Bereichsleiterin (Karin Weiss, 044 455 70 64) ein telefonisches Vorgespräch zu führen. 
 

Themen

Was bewährt sich in der Praxis?

Bei der Förderung von Projekten ist es uns ein Anliegen, wertvolle Informationen über die gelebte Praxis zu sammeln. So fragen wir einige Jahre nach dem Projektabschluss nach, wie sich die Ideen in der Praxis bewährt haben, und verfassen daraus kurze Praxis-Porträts.
So erfahren wir beispielsweise, dass in Lichtensteig die Gemeinde den Raum verwaltet und den Kaffee zahlt, was die Gemeinderechnung mit CHF 3000 belastet und den Gemeinschaftsraum in der Alterssiedlung zu einem attraktiven Begegnungszentrum für das Dorf macht. Damit sich die Bewohner der Siedlung trotz der öffentlichen Nutzung sicher fühlen, hat die Freiwilligengruppe Massnahmen ergriffen.
 

Interessantes aus dem Age Report

Wohnumgebung als zentraler Faktor

Neben der Wohnung ist die Wohnumgebung zentral für ein hohes Wohlbefinden beim Älterwerden. Doch was macht eine gute Wohnumgebung aus? Ruhe und gute Nachbarschaftskontakte erwiesen sich in der Befragung zum Age Report als zentral. Diese Werte werden beeinflusst von der Wohndauer – je länger man in einer Siedlung wohnt, umso besser sind die Nachbarschaftskontakte – und vom Bildungsstand – wer eine höhere Bildung hat, kann eine bessere Wohnumgebung geniessen.  Gezielte Interventionen in der Wohnumgebung könnten also dazu beitragen, die Wohnqualität für bildungsfernere Menschen zu verbessern. S. 78 ff.
 

Programm Socius

Neues aus dem Programm Socius

Ältere Menschen und ihre Angehörigen werden im Alltag wirksamer unterstützt, wenn die Leistungserbringer zusammenarbeiten. Doch können diese gleichzeitig konkurrieren und kooperieren? Die Beteiligten im Programm Socius tauschten am 10. Juni in Zürich ihre Erfahrungen aus. Gemäss dem Hauptreferenten Ingo Heyn, Organisationspsychologe, schliessen sich Konkurrenz und Kooperation nicht aus. Er illustriert das am Beispiel von konkurrierenden Fluggesellschaften, die sich zu strategischen Allianzen zusammengeschlossen haben. Ein zentraler Erfolgsfaktor für Netzwerke sind unter anderem gemeinsame Werte.
 

Externe Aktualitäten

Walder Stiftung lanciert Wettbewerb

Mit dem Wettbewerb "Gut Wohnen und Leben im Alter" sollen überzeugende Ideen und Lösungen für ein gutes und selbstbestimmtes Wohnen im Alter gefördert werden. Ausgeschrieben sind zwei Kategorien: Die Kategorie Bau-, Siedlungs-, und Quartiervorhaben richtet sich mit einer Preissumme von CHF 100'000 an Initianten von grossen Projekten, die Kategorie Lebenshilfen belohnt mit CHF 20'000 Ideen, die alten Menschen den Alltag erleichtern. Einsendeschluss ist der 15. September 2016.