Psychosoziale und juristische «Walk-in»-Beratung in Zürich und Bern

925 / Bewilligungsjahr: 2022

Menschen mit psychischen Herausforderungen und ihre Angehörigen finden in der familiären Atmosphäre der Treffpunkte von Pro Mente Sana in Zürich und Bern psychosoziale und juristische Beratung. Da das «Walk-in»-Angebot unkompliziert und spontan in Anspruch genommen werden kann, ist es möglich, Beratungsbedarf zu einem frühen Zeitpunkt zu erkennen und damit krisenhafte Verläufe zu verhindern.

Projektbeschrieb

Die Stiftung Pro Mente Sana setzt sich für die psychische Gesundheit in der Schweiz ein. Sie berät Betroffene, Angehörige und Fachpersonen bei psychosozialen und rechtlichen Fragen rund um psychische Krankheit und Gesundheit. Zudem betreibt die Stiftung auch den Treffpunkt «Nordliecht» in Zürich. Dort finden Menschen mit psychischen Herausforderungen eine stützende Alltagsstruktur: Die Besucherinnen und Besucher nutzen den Aufenthaltsraum für Gespräche und knüpfen Kontakte. Sie können Kaffee trinken, lesen oder den Gedanken nachhängen, spielen und vieles mehr. Auch ein Büro mit PC-Arbeitsplatz wird zur Verfügung gestellt. Mittagessen, Abendessen und Sonntagsbrunch gibt es zum Selbstkostenpreis. Auch Kaffee, Tee, Mineralwasser, Früchte und Guetzli werden angeboten. Die Mithilfe der Anwesenden im Treff ist erwünscht und bietet Möglichkeiten für eine sinnstiftende Betätigung. Der Treffpunktbetrieb wird durch Fachmitarbeitende aus den Bereichen Psychiatrie oder Soziale Arbeit begleitet. Sie greifen so wenig wie möglich in die Beziehungen unter den Besucherinnen und Besuchern ein. In Konfliktsituationen vermitteln sie und garantieren so eine offene Tür für alle – auch für Menschen mit weniger gutem Durchsetzungsvermögen. Ein Team aus freiwilligen Mitarbeitenden unterstützt den Betrieb.

In der Pilotphase des «Nordliechts» hat sich gezeigt: Die Menschen, die den Treffpunkt aufsuchen, weisen neben sozialen Bedürfnissen auch einen wiederkehrenden Beratungsbedarf auf. Entsprechende Angebote sind jedoch – wenn überhaupt vorhanden – kostenpflichtig und müssen selbst organisiert werden. Für Menschen am Rande der Gesellschaft ist dies allzu oft eine Hürde, die sie kaum überwinden können. Deshalb ist ihr Bedarf an niederschwelliger, unbürokratischer und freiwilliger Unterstützung hoch. Dem will Pro Mente Sana mit einer «Walk-in»-Beratung Rechnung tragen. Das Beratungsangebot wird die familiären Alltagsbetriebe im «Nordliecht» sowie in neu bezogenen Treff-Räumlichkeiten in der Berner Innenstadt ergänzen. Das Betreuungsteam besteht aus qualifizierten Ansprechpartnern, die kostenlos psychosoziale Kurzzeitberatungen anbieten. Die «Walk-in»-Möglichkeit an einem vertrauten Ort senkt die Hemmschwelle, sich in psychosozialen Fragen professionell informieren und beraten zu lassen.

Das «Walk-in»-Angebot ist eine Erstberatung ohne Terminvereinbarung. Sie fängt Krisen bereits in einer frühen Phase auf und kann so schwere Verläufe abwenden. Im Idealfall hilft die «Walk-in»-Beratung dabei, psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und mittels professioneller Hilfe zu überwinden. Dem Verlust von Freunden, Arbeitsplatz und Isolation wird entgegengetreten, um ein eigenständiges Leben führen zu können.

Das Projekt wird evaluiert. Der Newsletter der Age-Stiftung wird über die Publikation des Evaluationsberichts informieren.

Eckdaten

TrägerschaftSchweizerische Stiftung Pro Mente Sana
ProjektleitungStefanie Stoll
Partnerorganisationen
Architektur / Berater
Weitere Berater
FinanzierungspartnerSpendenparlament Zürich
Gesamtprojektkosten CHF 270'000
Beitrag der Age-StiftungCHF 250'000
Projektdokumentationerscheint ca. 2024

Kommentar der Age-Stiftung

Kommentar zur Bewilligung 2022

Die Treffpunkte von Pro Mente Sana werden vorwiegend von älteren Personen mit psychischen Herausforderungen genutzt. Durch ihre psychische Erkrankung müssen sie täglich viele innere Schwellen überwinden, auch wenn es um die Inanspruchnahme von Beratung geht. In schwierigen Zeiten, in denen gute Beratung besonders wichtig ist, sind diese Schwellen umso höher. Ein zugewandtes, bestärkendes und vertrautes Umfeld in Kombination mit der Möglichkeit, spontan um Information und Rat zu bitten, kann Abwärtsspiralen verhindern, die ansonsten zu sozialer Isolation bis hin zum Verlust der Wohnung führen können.

Bilder

Materialien zum Projekt

Profil

Matrix: , 925, ZH

925
Vorsorge (Sicherheit)Wohntypus (Autonomie)
Pflege
Hilfe & Betreuung
Soziale Einbindung
Wohnung
PrivatOrganisiertInstitutionell

Schwerpunkte

Quartier / Sozialraum
Kümmerer  · Freizeitangebote  · öffentliche Plätze  · Einkaufsmöglichkeiten  · Nachbarschaft  · Quartierkonzept  · Quartierwohnzimmer  · Treffpunkt  · Quartierplanung  ·
Unterstützung / Hilfe / Pflege
Spitex  · Betreuung  · Care  · Begleitung  · Service  · Minijobs  · Freiwilligenarbeit  · Spitex Plus  · Dienstleistungen  · Mobilität  · Transport  · Hilfe zu Hause  · Zeitgutscheine  · Kiss  · Selbsthilfe  ·

Kontakt

27.02.2023