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Age-Stiftung

Newsletter August 2018

Unser Newsletter erscheint vier Mal im Jahr. Lassen Sie sich inspirieren!

Programm Socius

Frühstücksveranstaltung zum Thema «Anlaufstelle» (Zürich)

Die Spitex kennen alle, doch was ist mit weiteren Angeboten, die das Wohnen zu Hause unterstützen können? Was gibt es in der Umgebung? Zu welchem Preis? Und wie ist der Zugang dazu? Vielen alten Menschen und ihren Angehörigen fällt es schwer, sich im Dickicht der Angebote zurechtzufinden. Zwei Projekte aus dem Programm Socius präsentieren am Freitag, 28. September 2018, an der Frühstücksveranstaltung im «Au Premier» im Zürcher Hauptbahnhof, wie sie ihre Anlaufstellen organisiert haben. In Basel arbeiten speziell geschulte Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich für die Stelle «Info älter werden», im solothurnischen Bettlach ist die Anlaufstelle in der Gemeindeverwaltung angesiedelt. Am sechsten «Socius»-Frühstück erzählen die Verantwortlichen von ihren ersten Erfahrungen mit ihren Ansätzen und legen dar, was sie sich alterspolitisch davon versprechen.

Förderprojekte

Als Tagesgast in die Pflegewohnung, Binningen

Während zweier Jahre sammelte der Verein Pflegewohnungen Binningen Erfahrungen mit dem Anbieten von Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz. An zwei Standorten wurde an sieben Tagen von 7 Uhr bis 21 Uhr ein Tagesplatz angeboten. Der Verein zieht eine positive Bilanz und führt das Angebot weiter. Allerdings mussten die Preise gesenkt werden (von CHF 140 auf CHF 104 pro Stunde). Ausserdem zeigte sich, dass viel Werbung und PR nötig ist, um Plätze neu zu besetzen, wenn wegen Heimeintritten Betreu-ungsverhältnisse aufgelöst werden. Für die Pflegewohngruppe ist es schwierig, mit ihrer Dienstleistung an Angehörige zu gelangen. Betrieblich bereitete es jedoch keine Schwierigkeiten, die Tagesgäste in die Alltagsgestaltung zu integrieren. Sowohl für Bewohnerinnen wie für Gäste stellten die Besuche eine Bereicherung dar.

Förderprojekte

Man trifft sich eher draussen als im Gemeinschaftsraum, Volketswil

Im Sunnehof Hegnau in Volketswil wohnen 45 Personen in 33 Wohnungen. Die enga-gierten Seniorinnen und Senioren brauchten einen langen Atem, bis ihr Projekt realisiert war. Heute sind alle Bewohnerinnen und Bewohner als Mitglieder im Hausverein organisiert, der das soziale Zusammenleben fördert und die Nutzung der Gemeinschaftsfläche regelt. Die Verwaltung der Liegenschaft wurde nach ersten Erfahrungen extern vergeben. In der 43-seitigen Dokumentation von Marco Hofmann wird die Entstehungsgeschichte der Hausgemeinschaft sorgfältig nachgezeichnet. Im Bericht erfährt man unter anderem, wie wichtig die externe Projektbegleitung war, wo man sich trifft und welche Wohnungstypen bei der Vermietung weniger nachgefragt worden sind.

Förderprojekte

Gefragte Wohnungen ohne Service, Brügg

Nach 50 Jahren hat die Bieler Wohnbaugenossenschaft Biwog in Brügg erstmals wieder gebaut. Sie hatte den Zuschlag der Gemeinde bekommen, welche rund 3000 m2 für altersgerechtes Wohnen ausgeschrieben hatte. In der Muttimatte entstanden schliesslich 27 Wohnungen (2.5 bis 3.5 Zimmer) für ältere Menschen, die gerne in guter Gesellschaft und an guter Lage wohnen, jedoch nicht auf eine professionelle Betreuung oder Service angewiesen sind. Die Baugenossenschaft begann schon früh, die zukünftigen Mieterinnen und Mieter einzubinden, und hatte auch eigens einen Vernetzungs-Verantwortlichen präsentiert. Die Vermietung ging denn auch – trotz des relativen hohen Leerwohnungs-bestandes in der Region Biel – problemlos vonstatten.

Förderprojekte

Myosotis – Gamen mit betagten Menschen

Spiele bringen Unterhaltung und Abwechslung. Und sie können dabei helfen, schwierige Besuche im Alters- und Pflegeheim zu erleichtern. Seit 2015 wurden im Projekt Myosotis – begleitet durch die FHNW als Forschungspartnerin – bereits zahlreiche Computerspiele für betagte Menschen und ihre Angehörigen entwickelt. Gespielt wird zu zweit oder zu mehreren auf einem Tablet-Computer, wobei Bilder und Töne aus dem Leben der Beteilig-ten integriert werden. Die Prototypen dienen dazu, mehr über die Ansprüche der neuen Gruppe der alten Gamer zu erfahren. Die bisherigen Erkenntnisse sind im Erfahrungsbericht (2018, 20 Seiten) zusammengefasst und werden durch konkrete Spieletipps der Autoren ergänzt. Das Projekt Myosotis läuft weiter und plant die Entwicklung eines öffentlich erhältlichen Computerspiels.

Förderprojekte

Innovativ und integrativ – Wohnen mit Service im Bruggacher, Rüti

Die Wohn­- und Gewerbesiedlung Bruggacher im Zentrum von Rüti (ZH) wurde von privaten Investoren geplant und gebaut. Die Stiftung für Ganzheitliche Betreuung mietet zwei der Häuser und bietet darin 30 Alterswohnungen an. Die Stiftung führt sonst Wohnheime, Wohngruppen und Betriebe mit betreuten Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen. Letztere können nun Aufträge für die Alterswohnungen übernehmen. Die nötige Koordination leistet eine Réception, die den Bewohnerinnen und Bewohnern individuelle Unterstützung im Alltag bietet und die Gemeinschaftsentwicklung fördert. In der Siedlung ist zudem eine Pflegewohnung integriert, die mit ihrem Pikettdienst auch nachts für Sicherheit sorgt. Im Wohnprojekt Bruggacher in Rüti hat man ein innovatives Konzept umgesetzt mit Gewinn für alle Beteiligten – und einigen Erkenntnissen für künftige Projekte. Der bebilderte Schlussbericht (2018, 39 Seiten) dokumentiert das Wohn- und Betriebsmodell und gibt einen erhellenden Einblick in die Betriebsabläufe und den gelebten Alltag in der Siedlung – eine lohnenswerte Lektüre.

Förderprojekte

Wie eine Grossfamilie – leben im Generationenhaus Papillon, Linden

Das Generationenhaus Papillon ist ein Pionierprojekt, das seinen Namen zu Recht trägt und auf der Idee der Grossfamilie aufbaut: Seit mehr als 10 Jahren leben hier mehrere Generationen unter einem Dach und helfen sich gegenseitig. So wohnen im Generationenhaus neben dem Heimleiterehepaar Herren und ihren Kindern auch Senioren und teilweise pflegebedürftige Menschen. Das Generationenhaus bietet zudem Ferienbetten und Plätze für Tageskinder an. Seit dem Umzug in ein umgenutztes ehemaliges Wirtshaus betreibt das Papillon zusätzlich ein öffentliches Bistrot, wo sich täglich auch Leute aus dem Dorf einfinden. Der Erfahrungsbericht (2018, 42 Seiten) berührt und erstaunt. Er gibt bildhaft Einblick in ein echtes Generationenhaus und macht auf die schwierigen gesetzlichen Rahmenbedingungen für diese Art von alternativen Wohn- und Betreuungsformen aufmerksam. Das Generationenhaus Papillon bewegt sich entlang einer Normalität, an die man sich erstmal wieder erinnern muss. Wer sich speziell für das Vorgehen bei der Umnutzung des ehemaligen Gasthofs interessiert, findet viele Informationen dazu im Age-Dossier 2017 «Alte Gebäude altersgerecht umnutzen».

Externes

Fachveranstaltung «Finanzieller Missbrauch im privaten Kontext»

Betrugsmaschen gegen Senioren scheinen sich zu häufen. Ihr effektives Ausmass konnte bis anhin allerdings nur geschätzt werden. Das «Institut de lutte contre la criminalité économique» der Fachhochschule Neuenburg (ILCE) untersuchte im Auftrag von Pro Senectute Schweiz, wer die Opfer von Betrugsversuchen sind, wie viele einen finanziellen Verlust erleiden und wie wirksame Prävention aussieht? Am Montag, 1. Oktober 2018, findet in Bern die Fachveranstaltung «Finanzieller Missbrauch in der Altersgruppe 55+» statt. Das ILCE präsentiert seine Studienergebnisse, und Experten der Kantonspolizei Zürich und aus den Niederlanden informieren und diskutieren über aktuelle Präventionskampagnen. Der Anlass wird zweisprachig und mit Simultanübersetzung d/f durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos, die Platzzahl beschränkt.

Geschäftsstelle

Förderanträge: Eingabetermine 2019

Anträge für Förderbeiträge müssen bis 13. Februar 2019 auf der Geschäftsstelle eintreffen. Der übernächste Eingabetermin ist der 24. Juli 2019. Die Eingabe eines Gesuchs erfolgt mit dem Antragsformular für Förderbeiträge. Vor einer Antragsstellung empfehlen wir, die Grundsätze zum Fördern zu lesen und mit der Bereichsleiterin für Förderprojekte ein telefonisches Vorgespräch zu führen: Karin Weiss, 044 455 70 64.

Age-Stiftung
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