Gemeinschaftliches Wohnen im Alter im Zollhaus, Zürich

I-2018-040 / Bewilligungsjahr: 2018

Neue Formen des Zusammenlebens verschiedener Generationen und sozialer Schichten entstehen im Zürcher Zollhaus. In ihrem zweiten Projekt schafft die Genossenschaft Kalkbreite mitten in der Stadt neuen verdichteten Raum fürs Wohnen, fürs Arbeiten und für Begegnungen. Personen über 50 sollen einen Drittel der Bewohnerschaft stellen. Wohngemeinschaften Ü60 werden in der Vermietung privilegiert behandelt.

Projektbeschrieb

Für das Projekt «Zollhaus» erstand die gemeinnützige Baugenossenschaft Kalkbreite von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Stadt Zürich das knapp 5’000 m² grosse Bauareal «Zollstrasse West». Bis zum Jahr 2020 entsteht hier, gleich hinter dem Hauptbahnhof Zürich, ein belebtes Zentrum mit Wohnraum für rund 180 Menschen und ähnlich viele Arbeitsplätze. Die allgemeinen Zielsetzungen der Genossenschaft umfassen günstige Mieten, innovative Gewerbenutzungen, eine breite soziale Durchmischung, die Beteiligung der künftigen Nutzerschaft an Aufbau und Betrieb, Austausch, Nachhaltigkeit und Suffizienz. Diese Ziele werden in diesem Projekt konsequent weiterentwickelt.

Das Zollhaus ist ein Gebäudeensemble aus drei Häusern mit Wohn- und Gewerberäumen. Eine grosszügige, öffentliche Terrasse direkt an den Gleisen verbindet die drei Gebäude. Ein durchdachtes Konzept und ein vielfältiger Nutzungsmix sorgen für eine optimierte Ausnutzung des vorhandenen Raums für verschiedene Bedürfnisse und Aktivitäten. Es entstehen unterschiedliche private, halböffentliche und öffentliche Innen- und Aussenräume, deren Nutzung einen facettenreichen Gewerbeanteil von gut 40% (Verkauf, Kultur, Gastronomie, Büro/Dienstleistung, Pension, Kindergarten) aufweisen. Dadurch wird das Zollhaus zur Grundversorgung des Quartiers beitragen und einen neuen Lebensraum für Quartier, Bewohnerschaft und Gäste bilden.

Im Zollhaus werden konventionelle und neue Wohnformen umgesetzt, wobei die durchschnittliche Fläche des individuellen Wohnraums weniger als 33 m² pro Person beträgt. Die Mieterinnen und Mieter leben in Kleinwohnungen, Familienwohnungen, Gross-WGs oder eineinhalb-geschossigen Hallenwohnungen, die von den Mietenden weitgehend selbst ausgebaut werden können (total 54 Wohnungen). Wie in der Siedlung Kalkbreite – dem ersten, vielbeachteten Projekt der Genossenschaft – ist für das Zollhaus eine «Conciergerie» vorgesehen mit einem Mitarbeiterteam, das sich um die Liegenschaftsverwaltung, die Vermietung von Pensions- und Sitzungs¬zimmern sowie um den Unterhalt der Gebäude kümmert und das für alle Zollhausbewohnerinnen und -bewohner als erste Anlaufstelle vor Ort präsent ist.

Von den zukünftigen Zollhaus-Mieterinnen und -Mietern sollen 15% älter als 65 Jahre und 15% zwischen 50 und 65 Jahren sein. Ein entsprechend starkes Gewicht wurde dieser Zielgruppe im Entwicklungsprozess und im Partizipationsverfahren eingeräumt. Dazu gehört das Projekt «Gemeinschaftliches Wohnen im Alter», das auf die Etablierung von Alterswohngemeinschaften abzielt. Die Genossenschaft schätzt diese – derzeit noch seltene – Wohnform als zukunftsträchtig und gesellschaftsrelevant ein. Sie investiert deshalb aus Überzeugung in die partizipative Entwicklung und Weiterentwicklung entsprechender Wohnmodelle und -konzepte.

Die Erfahrungen mit den angewendeten Verfahren und die Erkenntnisse aus der Planungs- und Umsetzungsphase werden prozessbegleitend dokumentiert. Der Newsletter der Age-Stiftung wird über die Veröffentlichung des Berichts informieren.

Eckdaten

Trägerschaft

Genossenschaft Kalkbreite

Kalkbreitestrasse 2

8003 Zürich
Projektleitung ZollhausAndreas Billeter (Bau) / Nina Schneider (Nutzung, Partizipation und Betrieb)
PartnerorganisationenMitglied von Wohnbaugenossenschaften Schweiz
Architektur / BeraterEnzmann Fischer Partner AG
FinanzierungspartnerZürcher Kantonalbankhttp://www.age-stiftung.ch/typo3/#_msocom_1
Gesamtprojektkosten CHF 60-62 Mio.
Beitrag der Age-StiftungCHF 260'000
Projektdokumentationerscheint ca. 2022

Kommentar der Age-Stiftung

Kommentar zur Bewilligung 2018

Die Genossenschaft Kalkbreite hat bereits gezeigt, wie neue Wohnformen entwickelt, umgesetzt und in moderne Siedlungen integriert werden können. Im Projekt Zollhaus investiert sie aus Überzeugung explizit in die Entwicklung gemeinschaftlicher Wohnformen fürs Alter. Dabei sind sich die Verantwortlichen im Klaren über die betrieblichen Herausforderungen, die damit einhergehen. Im Zollhaus verbinden sich Erfahrung und Pioniergeist. Das sind gute Voraussetzungen für die Schaffung von neuen Wohnformen. 

Bilder

Materialien zum Projekt

Profil

Matrix: Kalkbreite Zollhaus, I-2018-040, ZH

Kalkbreite ZollhausI-2018-040
Vorsorge (Sicherheit)Wohntypus (Autonomie)
Pflege
Hilfe & Betreuung
Soziale Einbindung
Wohnung
PrivatOrganisiertInstitutionell

Schwerpunkte

Privates Wohnen
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Organisiertes Wohnen
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Kontakt

20.12.2018