Generationenwohnen in Neubausiedlungen – Holliger-Areal in Bern

Ein neues Beispiel für Generationenwohnen soll in der grossen Berner Arealüberbauung Holliger entstehen. In einem partizipativen und vernetzten Entwicklungsprojekt wurden in der Planungsphase die Grundlagen dafür erarbeitet. Begleitet und dokumentiert wurde der Prozess durch das Institut Alter der Berner Fachhochschule.

Projektbeschrieb

Auf dem Areal der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) entsteht mitten in der Stadt Bern ein neuer Quartierteil mit rund 330 Wohnungen sowie Arbeitsnutzungen. Die freie Sicht dank der Hanglage, die direkte Nachbarschaft zu Grün- und Erholungsräumen sowie die gute ÖV-Erschliessung per Bus und Tram bieten gute Voraussetzungen für die Realisierung von attraktivem Wohnraum. Die Infrastrukturgenossenschaft Holliger (ISGH) hat den Auftrag, die übergreifenden Anliegen der sechs beteiligten Bauträgerschaften zu koordinieren, und ist zuständig für die Entwicklung des Gesamtareals. Das ganze Areal wird etappiert bis 2025 ausschliesslich durch gemeinnützige Bauträger bebaut. 

Eine der Bauträgerschaften ist die Genossenschaft Warmbächli, die zusammen mit dem Förderverein Generationenwohnen die Idee Generationenwohnen initiiert hat und für ihr eigenes Projekt umsetzt. Sie wurde 2013 mit dem Ziel gegründet, auf dem Areal gemeinnützigen Wohnraum und Platz für unterschiedlichste gemeinschaftliche Wohnformen zu schaffen. Das von ihr übernommene Gebäude O2 ist das einzige, das um- und nicht neu gebaut wird. Geplant sind rund 60 Wohnungen – z.T. für Wohngemeinschaften bis zu 16 Personen – und diverse Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen. Bezug und Betriebsaufnahme sollen im November 2021 stattfinden. 

Aber nicht nur im Gebäude O2 soll ein modellhaftes Generationenhaus entstehen. Das ganze Areal wird durch die sechs Bauträger gemeinsam und für unterschiedlichste Altersgruppen entwickelt. So wurden in der Planungsphase der Arealentwicklung möglichst ideale Voraussetzungen geschaffen für ein gelingendes Zusammenleben von Menschen, die aus verschiedenen Generationen und sozialen Kontexten stammen und auch unterschiedliche Lebensstile pflegen. 

Der Entwicklungsprozess wurde vom Institut Alter der Berner Fachhochschule (BFH) begleitet, evaluiert und dokumentiert. Das Forschungs- und Begleitprojekt beschäftigte sich einerseits mit den Rahmenbedingungen des Planungsprozesses, die geschaffen wurden, um den Erwartungen der potenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern, der Bauträger und der Interessengruppen aus dem Quartier Rechnung zu tragen. Andererseits widmete sich die Studie der kooperativen Zusammenarbeit der sechs Wohnbauträger und den dafür entwickelten Strukturen und Prozessen. Der abschliessende Bericht (2021, 80 Seiten) fasst die Erkenntnisse zusammen und formuliert Empfehlungen für die kooperative und partizipative Arealplanung allgemein und für die Planung von Generationenwohnen in Neubausiedlungen im Speziellen.

Dokumentation

Dokumentation 2021

Zum Beispiel das Holliger-Areal Generationenwohnen in Neubausiedlungen

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Wohnbaugenossenschaften Schweiz, Regionalverband Bern-Solothurn

  • Projektleitung

    Jürg Sollberger, Präsident Regionalverband
    Michèle Métrailler, Projektleiterin BHF

  • Partnerorganisationen

    Berner Fachhochschule BFH, Institut Alter
    Förderverein Generationenwohnen Bern-Solothurn
    Vereinigung Berner Gemeinwesenarbeit VBG

  • Projektlaufzeit

    2017–2021

  • Gesamtprojektkosten

    CHF 240’000

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 210’000