Nachbarschaftszentrum Witikon – Realisierung eines Begegnungsorts

I-2017-043 / Bewilligungsjahr: 2017 / Abschlussjahr: 2020

Ein modulierbarer und mobiler Pavillon mitten im Quartier ist zu einem Treffpunkt der Quartierbevölkerung von Witikon geworden. Ein lebendiger Bistrobetrieb bildet den Anker dafür. Hier arbeiten viele Freiwillige aus dem Quartier und tragen einen wesentlichen Teil zum Gelingen des Projekts «Hoch3» bei.

Projektbeschrieb

In Witikon leben viele Familien mit Kindern. Von den rund 10'000 Quartiereinwohnerinnen und -einwohnern befinden sich jedoch auch 3000 im dritten und vierten Lebensalter. Damit weist Witikon unter den Quartieren der Stadt Zürich den grössten Anteil von Menschen aus, die über 65 Jahre alt sind. Der Schwerpunkt der diakonischen Arbeit der evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Witikon liegt deshalb bei den älteren Menschen und den Familien. Für sie besteht ein breit gefächertes Angebot. Mit dem Projekt Hoch3 wurde ein neuer Ort geschaffen, wo dieses genutzt werden kann: Mitten im «Dorfzentrum» auf dem Gelände der evangelisch-reformierten Kirche Witikon wurde ein modularer und mobiler Pavillon errichtet. Darin befinden sich ein multifunktionaler Begegnungsraum mit 22 Plätzen und einer Begegnungslounge mit 15 Sitzplätzen und 12 Aussensitzplätzen.

Dieses neue Nachbarschaftszentrum richtet sich an alle Menschen, die in Witikon zu Hause sind. Es soll im Quartier den Kern für eine engere Nachbarschaft bilden, wo man Gemeinschaft, Beziehung und Austausch findet und zu selbstorganisiertem Handeln angeregt wird. Für das Bistro, das Herzstück des Nachbarschaftszentrums, sind viele Freiwillige als sogenannte «Gastgeber» im Einsatz. Sie werden durch ein professionelles Gastroteam angeleitet, was den Servicebetrieb betrifft. Die «Gastgeber bzw. Gastgeberinnen» sind aber auch Ansprechpersonen und Zuhörer für die Leute aus dem Quartier, die Rat oder einfach ein Gespräch suchen sowie für jene, die eine Idee fürs Quartier besprechen möchten. Das Bistro bildet dafür einen niederschwelligen Kontaktort, wo auch der Sozialdiakon regelmässig vor Ort anzutreffen ist. Aus solchen Gesprächen entwickeln sich mitunter diverse Angebote. Dazu trägt der Umstand bei, dass bereits seit der Planungsphase viele weitere Partner aus dem Quartier ins Projekt eingebunden sind. Dazu gehören auch die Spitex, verschiedene Hausärzte, das Gemeinschaftszentrum und die Pro Senectute.

Einen leserfreundlichen Überblick über die Ursprünge des Projekts und seine Umsetzung bietet eine lebendig gestaltete Dokumentation (2019, 24 Seiten).

Sie wird durch einen Videoclip (5.46 Min) ergänzt, der einen authentischen Einblick in den Alltagsbetrieb des Nachbarschaftszentrums erlaubt.

Eckdaten

Trägerschaft

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zürich-Witikon,

Witikonerstr. 286, 8053 Zürich
Projektleitung

Dr. Hans-Peter Burkhard, Kirchenpflegepräsident

Marco Looser, Sozialdiakon
PartnerorganisationenUniversität Bern, Theologische Fakultät, Dozentur für Diakoniewissenschaft
Architektur / Berater

Spillmann Echsle Architekten AG

Englischviertelstrasse 24, 8032 Zürich
Weitere BeraterKurt Schempp, feuerzeichen GmbH, Fröbelstrasse 31, 8032 Zürich (Gastrokonzept)
FinanzierungspartnerPrivatperson aus Witikon, Stadtverband der evang.-ref. Kirchen Zürich
Gesamtprojektkosten CHF ca. 500’000 (Investition)
Beitrag der Age-StiftungCHF 150’000

Kommentar der Age-Stiftung

Kommentar zur Bewilligung 2017

Das Projekt der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Witikon verfolgt einen stark gemeinwesenorientierten, partizipativen und integrativen Ansatz. Das Grundkonzept des Pavillons, insbesondere seine sozialräumliche Einbettung auf dem Areal der Kirchgemeinde und mitten im Quartierzentrum, ist vielversprechend. Das Nachbarschaftszentrum Witikon kann nicht nur anderen Kirchgemeinden als inspirierendes Beispiel für die diakonische Arbeit dienen. Auch für Einwohnergemeinden zeigt es Möglichkeiten auf, wie das Zusammenleben in den Quartieren von Stadt und Gemeinden gestaltet werden könnte. Eine Evaluation ist Teil des Projekts. Eine abschliessende Dokumentation wird auf die Ergebnisse Bezug nehmen und über das erste Betriebsjahr des Pavillons berichten.

Kommentar zum Abschluss 2020

Die Initiative der Kirchgemeinde ist gelungen: Das Bistro ist gut besucht, die Zusammenarbeit zwischen professionellem Gastro-Team und freiwillig mithelfenden Quartierbewohnern als Gastgeber eingespielt, und immer mehr Ideen für gemeinsame Aktivitäten werden eingebracht. Es ist ein belebter Ort der Begegnung entstanden, wo man bei Bedarf auch Rat suchen kann – die Sozialdiakonie ist selbst nämlich täglich vor Ort. Eine schriftliche Dokumentation inklusive ergänzendem Kurzfilm von diktum.ch zeigen das Projekt aus verschiedenen Perspektiven. Erfreulicherweise dienten diese Produkte den Projektinitianten bereits zur Vorstellung ihres spannenden Konzepts im Rahmen eines nationalen Workshops. 

Bilder

Profil

Matrix: Nachbarschaftszentrum Witikon, I-2017-043, ZH

Nachbarschaftszentrum WitikonI-2017-043
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Pflege
Hilfe & Betreuung
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PrivatOrganisiertInstitutionell

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Kontakt

25.02.2020