Siedlungs- und Wohnassistenz, Horgen

I-2010-002 / Bewilligungsjahr: 2010 / Abschlussjahr: 2012

Das Horgener Altersleitbild ist kein Papiertiger, sondern wird aktiv umgesetzt: Eine Siedlungs- und Wohnassistenz unterstützt durch geschickte Vernetzung ältere Menschen in ihrer Wohnautonomie. Das zweijährige Pilotprojekt wurde wissenschaftlich begleitet.

Projektbeschrieb

In Ihrem Altersleitbild setzt sich die Gemeinde Horgen das Ziel, selbständiges Wohnen im Alter in vertrauter Umgebung zu unterstützen. Ihr Sozialraum-Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Zielerreichung, da die Eigenkräfte der Einzelnen, der Gemeinschaft und des Wohnumfelds geweckt, gestützt und gefördert werden. Gemeinwesenarbeiterinnen haben die Aufgabe, das Zusammenspiel dieser verschiedenen Kräfte und Ressourcen zu mobilisieren und in Schwung zu halten.

Das Projekt «Siedlungs- und Wohnassistenz» hat zwei Schwerpunkte:
Die Siedlungsassistenz richtet sich an die Bewohner der Alterssiedlung Baumgärtlihof. Eine Gemeinwesenarbeiterin geht aktiv auf die Mieterinnen und Mieter zu und klärt den Bedarf für stützende Massnahmen ab. Ist der Bedarf vorhanden, organisiert sie Unterstützung über Bezugspersonen wie Nachbarn oder Verwandte. Diese sollten längerfristig zu Hilfeleistungen bereit sein. Zudem koordiniert sie den Kontakt zu professionellen Diensten. Als Ansprech- und Vertrauensperson mit festen Präsenzzeiten steht die Siedlungsassistenz der Mieterschaft für persönliche Anliegen und Informationen zur Verfügung. Sie fördert die Ressourcen der Siedlungsgemeinschaft über Gruppentreffen oder gemeinschaftliche Aktivitäten, schafft Kontaktgefässe und Vernetzung.

Die Wohnassistenz verfügt über ein analoges Angebot wie die Siedlungsassistenz und richtet sich an die über 75-jährigen Bewohner des umliegenden Quartiers. Die Gemeinwesenarbeiterin nimmt aktiv Kontakt zur betagten Quartiersbevölkerung auf. Wenn erwünscht, klärt sie bei Hausbesuchen die Lebenssituation ab und etabliert ein langfristig stabiles Stützsystem aus Bezugspersonen und Diensten. Dieses Netzwerk soll ausreichend Hilfestellung bieten, um autonomes Wohnen in den eigenen vier Wänden nachhaltig zu ermöglichen.

Zum Projekt gibt es einen Erfahrungsbericht (2012) der Trägerschaft sowie eine Evaluation (2012) vom Büro Interface, das die Pilotphase begleitet hat und die Weiterführung des Projektes empfiehlt. Die Siedlungs- und Wohnassistenz im Regelbetrieb wird im Age-Impuls 2017 beschrieben.

Eckdaten

TrägerschaftGemeinde Horgen
PartnerorganisationenINTERFACE, Politikstudien Forschung Beratung, Luzern
Architektur / BeraterAnke Brändle-Ströh, Sozialplanung, Beratung & Prozessmoderation
Finanzierungspartner Eigenleistung 57 %

Gesamtprojektkosten

CHF 258'000.- für zwei Jahre

Beitrag der Age-StiftungCHF 15'000

Kommentar der Age-Stiftung

Kommentar zur Bewilligung 2010

Im Altersleitbild vieler Gemeinden ist die Absicht festgehalten, ein möglichst langes autonomes Wohnen im Alter zu fördern. Das ist nachvollziehbar, entspricht dies doch ebenso dem Wunsch der Einzelnen nach Selbständigkeit wie der zwingenden Vorgabe für Gemeinden, ihre steigenden Kosten für stationäre Pflege und Betreuung möglichst niedrig zu halten. Mit der Umsetzung dieser Alterspolitik tut man sich jedoch vielerorts schwer. In Horgen dagegen wagt man den mutigen Schritt zur Konkretisierung des Altersleitbildes. Das Assistenz-Modell, das mit aufsuchender Altersarbeit aktiv auf die älteren Bewohnerinnen und Bewohner zugeht, ist in der Schweiz bisher noch unerprobt. Das Konzept verspricht jedoch ein hohes Multiplikationspotential für andere Gemeinden und Quartiere. Es ist deshalb wichtig, das Vorhaben wissenschaftlich zu begleiten und die Erfahrungen zu evaluieren. Die Age Stiftung unterstützt deshalb die  Begleitstudie zum zweijährigen Pilotprojekt.

Bilder

Profil

Matrix: Quartier Horgen, I-2010-002, ZH

Quartier HorgenI-2010-002
Vorsorge (Sicherheit)Wohntypus (Autonomie)
Pflege
Hilfe & Betreuung
Soziale Einbindung
Wohnung
PrivatOrganisiertInstitutionell

Schwerpunkte

Organisiertes Wohnen
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Kontakt

26.06.2012