Advance Care Planning für Personen mit Demenz
Das dreijährige Forschungsprojekt untersucht, wie Menschen mit Demenz im Rahmen von Advance Care Planning (ACP) an Entscheidungen beteiligt bleiben und wie ethische Herausforderungen im Pflegealltag professionell bewältigt werden können.
Projektbeschrieb
«Advanced Care Planning» (ACP) oder auch «gesundheitliche Vorausplanung» ermöglicht dem Einzelnen, Ziele und Wünsche für die Behandlung und Pflege mit einer Fachperson zu reflektieren und in einer Patientenverfügung festzulegen. Gerade für Personen mit Demenz eröffnet ACP die Möglichkeit, auch dann noch selbstbestimmt zu bleiben, wenn kognitive Einschränkungen zunehmen. Das Kompetenzzentrum Demenz der OST und das Institut für Sozialethik der Universität Zürich untersuchen in diesem 3-jährigen ethnografischen Forschungsprojekt, wie die Selbstbestimmung von Personen mit Demenz im Rahmen von ACP-Prozessen gewährleistet bleibt – insbesondere im Kontext von moralisch-ethischen Dilemmas, die sich im Pflegealltag auftun. Den Kern des Projekts bilden einerseits eine Feldphase mit teilnehmender Beobachtung, Interviews und Videografie und andererseits eine «ethische Analyse». Die ethnografische Herangehensweise zielt darauf ab, die Vorgänge im Feld zu verstehen. Sie möchte analysieren, was im Rahmen der ACP als Willensäusserung interpretiert wird und wie sich das wiederum auf den Pflegealltag auswirkt.
Mit dem fortschreitenden kognitiven Abbau bei Personen mit Demenz steht das Umfeld von Betroffenen immer wieder vor der grundlegenden Frage, was als Willensäusserung zu deuten ist und welchen Stellenwert dieser beigemessen werden soll. Pflegefachpersonen befinden sich dabei in einem komplexen Spannungsfeld zwischen dem Recht der zu pflegenden Personen auf Selbstbestimmung und ihrem Recht auf Fremd- und Fürsorge andererseits. Das Projekt trägt dazu bei, diese Graubereiche sichtbar zu machen, alltagstaugliche Orientierung zu bieten und einen Beitrag zur Weiterentwicklung des ACP-Ansatzes in der Schweiz zu leisten. Die Erkenntnisse werden über wissenschaftliche Publikationen, Workshops mit Praxisorganisationen sowie weiteren multimedialen Formaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Erfahrungsbericht wird alle Ergebnisse aus dem Projekt bündeln. Abonnieren Sie den Newsletter und die Social-Media-Kanäle, um von der Publikation zu erfahren.
Eckdaten
Trägerschaft
Ostschweizer Fachhochschule / Universität Zürich
Projektleitung
Prof. Dr. Thomas Beer / Dr. Nina Streeck
Partnerorganisationen
tba
Projektlaufzeit
2026–2028
Gesamtprojektkosten
CHF 551'338
Beitrag der Age-Stiftung
CHF 90'000