Älter werden im Quartier – Quartierentwicklung Frauenfeld

Gute Rahmenbedingungen für das selbstständige Wohnen älterer Menschen in ihrem gewohnten Umfeld sind das Ziel des Projekts «Älter werden im Quartier» (AWIQ). Die Mitarbeit der Quartiereinwohner war im Pilotprojekt zentral und auch die Organisationen aus dem Altersbereich wurden aktiv einbezogen. 

Projektbeschrieb

AWIQ ist Teil der Umsetzungsmassnahmen des 2013 verabschiedeten Alterskonzepts der Stadt Frauenfeld, das die städtische Strategie «ambulant vor stationär» verfolgt. Die Stadt hat erkannt, dass es für ein zufriedenes Älterwerden zuhause mehr als ambulante Pflege braucht. Nötig sind auch passende Wohnangebote, tragfähige soziale Netze sowie niederschwellige Unterstützungs- und Entlastungsangebote. Erklärte Ziele des grundsätzlich ergebnissoffen konzipierten Projekts waren deshalb die Aktivierung des nachbarschaftlichen Engagements und ein vielfältiges Angebot für ältere Menschen. Auch die Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen den ambulanten Dienstleistungsanbietenden im Sozial- und Gesundheitsbereich gehörte dazu. 

Das Pilotprojekt fokussierte auf das Quartier Kurzdorf. Es ist das grösste Viertel der Stadt und hat eine breite soziodemografische Struktur. Das Quartier verfügte bei Projektstart weder über ein spezifisches Wohnangebot für ältere Menschen, noch über einen Begegnungsort. 

Aus AWIQ sind im Rahmen partizipativer Entwicklungsprozesse verschiedene Teilprojekte entstanden, die im Lauf des Jahres 2016 ihren ordentlichen Betrieb im Quartier aufgenommen haben. Dazu gehören unter anderem ein neuer offener Begegnungsort, eine Koordinationsstelle für Freiwilligeneinsätze und die Vision einer generationendurchmischten Genossenschaftssiedlung mit guten Realisierungschancen. Ein weiteres Resultat des Pilotprojekts ist das «Netzwerk altersfreundliches Frauenfeld», worin sich professionelle Dienstleistungsanbietende aus dem Bereich Alter zusammengeschlossen haben um sich untereinander auszutauschen. 

Das Projekt wurde operativ durch das Institut für Soziale Arbeit der Fachhochschule St. Gallen begleitet und durch Careum Forschung evaluiert. Die Resultate sind im Projektschlussbericht (2017, 62 Seiten) aufbereitet. Der Bericht beschreibt zudem das Konzept und die Struktur des Projekts und zeichnet seinen Verlauf nach. Dabei werden die verschiedenen Akteursperspektiven berücksichtigt und auch schwierige Situationen im Projektverlauf objektiv und aus dem Gesamtkontext erklärt dargestellt. 

Die Schlussfolgerungen, die sich daraus für die Adaption des Projekts in weiteren Quartieren Frauenfelds aber auch andernorts ableiten lassen, runden den Bericht ab. Sie enthalten wertvolle Erkenntnisse zur Planung und zur praktischen Durchführung von partizipativ gestalteten Quartierentwicklungsprojekten. 
 

Dokumentation

Dokumentation 2017

Studie (2017)

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Stadt Frauenfeld

  • Projektleitung

    Sonya Kuchen, FHS St.Gallen

  • Projektlaufzeit

    2013–2017

  • Gesamtprojektkosten

    ca. CHF 300'000

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 250'000