Älter werden und autonom wohnen

Das selbstständige Wohnen kann nicht unabhängig von den Rahmenbedingungen im Immobilienumfeld betrachtet werden. Diese können viel dazu beitragen, das autonome Leben zu bewältigen, auch dann, wenn es schwieriger wird. In einem gemeinsamen Projekt gingen die Age Stiftung und die Zürcher Frauenzentrale auf diese Fragestellung ein.

Projektbeschrieb

Das Projekt bestand aus drei Teilen: Erstens wurde eine Untersuchung in Auftrag gegeben, zweitens wurde ein Workshop mit Zürcher Gemeinden durchgeführt, drittens wurde eine Broschüre produziert, die Tipps und Hinweise für ältere Frauen Gemeinden und Liegenschaftsverwaltungen enthält. 

Erkenntnisse aus der Untersuchung 
Die Firma Fahrländer + Partner wurde beauftragt, Ende 2010 im Rahmen eines qualitativen Untersuchungsverfahrens Liegenschaftsverwaltungen (Genossenschaften und Private) im Kanton Zürich zu befragen, wie ältere Menschen auf dem Wohnungsmarkt wahrgenommen werden. Weil die Mehrheit der älteren Menschen weiblich ist, wurde beim Forschungsprojekt ein besonderer Fokus auf die alleinlebenden älteren Frauen gerichtet. 

Wichtigste Schlussfolgerungen aus den Befragungen: 
· 50 bis 65-Jährige werden als attraktives Kundensegment gesehen. 
· Ältere Menschen im Rentenalter haben auf dem Wohnungsmarkt eine vergleichsweise schwierige Position. So werden von den Liegenschaftsverwaltungen Befürchtungen bezüglich möglicher Mehraufwendungen und zunehmender Unflexibilität gegenüber Veränderungen geäussert. 
· Ältere Personen bleiben tendenziell so lange wie möglich in ihrer angestammten Wohnung und ziehen erst um, wenn es nicht mehr anders geht. In dieser Lebensphase haben sie es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer. Das gilt insbesondere für die Stadt und Agglomeration Zürich, wo vielen ältere Menschen keine andere Wahl mehr bleibt als der Umzug in ein Alters- oder Pflegeheim – mit hohen Kosten für die Gemeinden. 

Wichtigste frauenrelevante Schlussfolgerungen: 
· Alleinstehende ältere Frauen haben es als Wohnungssuchende am schwierigsten. Sie werden oftmals als komplizierter und verwaltungsaufwendiger als ältere alleinstehende Männer wahrgenommen. 
· Da ältere alleinstehende Frauen – im Gegensatz zu älteren alleinstehenden Männern – seltener bereit sind, in eine 1-Zimmerwohnung zu ziehen, stehen diese Frauen bei der Wohnungssuche aufgrund ihrer Wohnpräferenz (2- bis 3-Zimmer-Wohnungen) in Konkurrenz zu älteren Ehepaaren. 
· Positiv gegenüber dem Alterssegment der (älteren) Frauen wird geäussert, dass ihre Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Mieterinnen und Mietern als Ressource im Alltag und Leben einer Siedlung/Liegenschaft gesehen wird. 

Die ganze Studie (2014) können Sie Herunterladen. 

Broschüre 
Um auf die Bedeutung von niederschwelligen Hilfsangeboten im Wohnumfeld hinweisen zu können, entstand eine Broschüre. Sie soll die grosse Gruppe älterer Frauen sichtbar machen und einen Einblick in ihre Bedürfnisse geben. Die Broschüre (2014) «Älterwerden und autonom wohnen» kann kostenlos bestellt werden. Sie bietet eine gute Grundlage für das Gespräch über die Organisation des Alltags.

* Das Projekt wurde als Age Projekt gefördert und entspricht deshalb nicht dem Rahmen der üblichen Förderbeiträge. Bei diesem Projekttypus nimmt die Age Stiftung die Rolle eines Kooperationspartners ein.

Dokumentation

Dokumentation 2014

Studie (2014)

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Zürcher Frauenzentrale und Age Stiftung

  • Projektleitung

    www.arc-consulting.ch

  • Projektlaufzeit

    2009–2014

  • Gesamtprojektkosten

    CHF 300'000

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 150'000