APN-Praxis in der ambulanten Versorgung
Die Spitex Region Frauenfeld und die Brotegg Praxis pilotieren gemeinsam eine standortübergreifende Praxis für Advanced Practice Nurses (APN). Sie schaffen damit eine niederschwellige Anlaufstelle für gesundheitsbezogene Anliegen.
Projektbeschrieb
Getragen wird das Vorhaben von der Spitex Region Frauenfeld, die im Auftrag mehrerer Gemeinden ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen erbringt, sowie von der Brotegg Praxis, die auf dem Areal «Wohnen in der Brotegg» Betreuung und Gesundheitsassistenz anbietet. Ziel dieses Projekts ist es, hochqualifizierte Pflege durch Advanced Practice Nurses (APN) im ambulanten Setting zu etablieren: Diese übernehmen Abklärungen, Beratungen, Triagierung, Interventionen bei komplexen Problemen sowie die Koordination mit Hausärztinnen und Hausärzten und weiteren Leistungserbringern. Im Projektzeitraum 2026–2029 entsteht die Praxis an zwei Standorten – bei der Brotegg Praxis und auf der Geschäftsstelle der Spitex –, wobei die Aufgaben klar aufgeteilt sind: hochqualifizierte Pflege durch die Spitex, Betreuung und Gesundheitsassistenz durch die Brotegg Praxis. Ziel ist es, die Rolle der APN im ambulanten Setting zu etablieren, um bedarfsgerecht auf komplexe Versorgungssituationen reagieren zu können.
Das Projekt reagiert auf zentrale gesellschaftliche Entwicklungen: den wachsenden Anteil älterer Menschen, zunehmende Mehrfacherkrankungen sowie den bestehenden Hausärztemangel. Die Stadt Frauenfeld hat deshalb in ihrer Altersstrategie 2026–2035 die Gründung einer APN-Praxis als Ergänzung zur ambulanten Grundversorgung empfohlen. Seit der Einführung von Art. 7 KLV im Juli 2024 dürfen APN bestimmte Pflegeleistungen ohne ärztliche Verordnung erbringen und direkt mit der Krankenversicherung abrechnen – die hausärztliche Versorgung wird dadurch nicht ersetzt, sondern gezielt ergänzt. Die APN-Praxis schafft eine wohnortnahe Versorgungsstruktur, die insbesondere Menschen mit komplexen gesundheitlichen Situationen unterstützt und gleichzeitig bestehende Leistungserbringer entlastet. Die Pilotierung wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert: Interface Politikstudien wird die Erkenntnisse zu Nutzung, Wirkung und Wirtschaftlichkeit auswerten und aufzeigen, wie das Modell nach 2029 weitergeführt und ausgeweitet werden kann. Abonnieren Sie den Newsletter und den LinkedIn-Kanal der Age-Stiftung, um über die Publikation informiert zu werden.
Eckdaten
Trägerschaft
Privatrechtlicher Verein
Projektleitung
Petra Geiser und Mena Pretto
Partnerorganisationen
Interface Politikstudie, Stadt Frauenfeld
Projektlaufzeit
2026–2029
Gesamtprojektkosten
CHF 719'000
Beitrag der Age-Stiftung
CHF 190'000