FairCare Tandem-Modell für eine praxistaugliche Live-in-Betreuung
Die «Live-in-Betreuung» durch sogenannte Care-Migrantinnen ist fester Bestandteil der häuslichen Versorgungsstrukturen in der Schweiz. Das Projekt «FairCare@Home» entwickelte ein Modell für qualitativ hochwertige und gesetzeskonforme Live-in-Betreuung.
Projektbeschrieb
In häuslichen Betreuungs-Settings spielt die sogenannte «Live-in-Betreuung» häufig eine Schlüsselrolle. Dabei decken meist Care-Migrantinnen die Betreuung ab. Sie werden durch spezialisierte Personalagenturen vermittelt und pendeln zwischen ihrem Herkunftsort und dem Arbeitsort in der Schweiz, wo sie für einige Wochen oder Monate die Betreuung übernehmen. Die Live-in-Betreuung wirft diverse ethische und rechtliche Fragen auf und war lange Zeit kaum reglementiert. Dies birgt einerseits das Risiko der Ausbeutung der ausländischen Arbeitskräfte, und andererseits ist die Qualitätssicherung in der Betreuung selten gegeben, da bisher keine entsprechenden Standards existierten. Vor diesem Hintergrund haben die Berner Fachhochschule und Public Health Services in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus dem Gesundheits-, Sozial und Betreuungsbereich ein Modell für qualitativ hochwertige und gesetzeskonforme Live-in-Betreuung in der Schweiz entwickelt.
Ziel des Projekts «FairCare@Home» war es, die Zusammenarbeit zwischen Betreuungs- und Spitex-Organisationen zu systematisieren, Qualitätsstandards zu entwickeln und Betreuungspersonen zu stärken. im Projektverlauf wurden neue regulatorische Bestimmungen im GAV Personalverleih für Live-in-Beschäftigte verabschiedet, welche Anfang 2026 in Kraft traten und zentrale Anliegen des Projekts «FairCare@Home» abdecken. Aufgrund zusätzlicher struktureller und finanzieller Herausforderungen konnte das entwickelte Modell nicht in die geplante Pilotphase überführt werden. Die gewonnenen Impulse und entwickelten Instrumente bleiben jedoch wertvoll für zukünftige Initiativen im Bereich der Langzeitversorgung zuhause. Der vorliegende Evaluationsbericht beschreibt den Projektverlauf, sowie die zentralen Erkenntnisse aus dem Projekt.
Dokumentation
Eckdaten
Trägerschaft
PHS Public Health Services, BFH Berner Fachhochschule Departement Gesundheit mit Beteiligung von Spitex Sarganserland, Spitex Mittleres Toggenburg, betreuungsspezialist, Caritas Schweiz
Projektleitung
Corina Salis Gross, Karin van Holten
Partnerorganisationen
Dachorganisationen: Schweizerischer Seniorenrat, Curaviva Schweiz, Spitex Schweiz
Einzelorganisationen: Spitex Bern, Spitex Ostermundigen, Besa CareProjektlaufzeit
2022-2025
Beitrag der Age-Stiftung
CHF 240’000