Giesserei – selbstverwaltetes Mehrgenerationenhaus in Winterthur

Mit einem innovativen Gesamtkonzept entstand in Winterthur ein Mehrgenerationenhaus der Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen (GESEWO). Das Projekt präsentiert gleich mehrere Lösungsansätze zur Entwicklung einer partizipativen Siedlungskultur, in welcher verschiedene Generationen voneinander profitieren.

Projektbeschrieb

Die Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen GESEWO stellt ihren Mitgliedern seit 1984 Wohn- und Gewerberaum in selbstverwalteten Alt- und Neubauten im Grossraum Winterthur zur Verfügung. Sie ist eine Art logistisches Zentrum für die weitgehend autonomen, selbstverantwortlichen Hausgemeinschaften unter ihrem Dach. 

In Winterthur Neuhegi wurden 151 Wohnungen in zwei Längsbauten in ökologischer Holzbauweise (Minergie P-Eco) erstellt. Ein breites Wohnangebot und vielfältige Wohnungstypen sollen unterschiedlichste Bedürfnisse aller Altersstufen und Einkommensschichten abdecken. Es sind auch subventionierte Wohnungen vorhanden. Für Einzelpersonen, Familien und WGs gibt es ein- bis zweigeschossige 1.5- bis 9-Zi-Wohnungen. Wer zeitweise einen Raum mehr braucht, kann ein Jokerzimmer dazumieten. Gemeinsam genutzt werden z.B. Gästezimmer, Werkstätten, Pantoffelbar und ein grosser Saal. Die Erdgeschossnutzungen sind breit angelegt. Geplant wurden ein Restaurant, eine Quartierbibliothek, ein Veloladen mit Werkstatt, eine Pflegewohngruppe, eine Kindertagesstätte, ein Tageszentrum für hirnverletzte Menschen, eine Gemeinschaftspraxis sowie weitere Gewerberäume. Die Siedlungsinfrastruktur sowie die Umgebungsgestaltung wurden in einem partizipativen Planungsprozess (Ideen-Workshops mit bis zu 100 Teilnehmenden) als Teil des Generationenkonzepts ausgearbeitet. Die Wohnungen sind wie der Aussenraum rollstuhlgängig (SIA 500). 

Eine interaktive Website ermöglicht unkomplizierte Tauschmechanismen unter den Bewohnern. Für die Unterstützung der Selbstverwaltung und die Koordination der Freiwilligenarbeit war eine Siedlungsassistenz (Arbeitsbereich Soziale Arbeit) vorgesehen, die zwar eingesetzt wurde, jedoch nicht lange im Amt war. Mehr über die Gründe dafür und über weitere Korrekturen, die das Konzept in der ersten Betriebszeit erfahren hat, erfährt man in der Evaluation (2016), die das Projekt während zwei Jahren begleitet hat.

Dokumentation

Dokumentation 2016

Studie (2016)