Indikationskriterien für MPDs (spezialisierte mobile Palliative-Care-Dienste)

Um den Bedarf an spezialisierter Palliative Care künftig einheitlich und frühzeitig zu erkennen, hat palliative.ch den EPS-Test («Erkennen palliativer Situationen») in der Praxis erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Der Test hat sich dabei als zuverlässiges Instrument erwiesen und bietet eine tragfähige Grundlage für eine künftige breite Implementierung.

Projektbeschrieb

Die ambulante Palliativversorgung in der Schweiz wird primär durch Hausärzt:innen, Spitex und Langzeitpflege sichergestellt. In komplexen Fällen und/oder vorübergehend instabilen Phasen kann es sein, dass dieses allgemeine Netzwerk an seine Grenzen kommt. Mobile Palliative-Care-Dienste (MPD) bieten dann spezialisierte Unterstützung an, doch der Beizug spezialisierter Palliative Care erfolgte bisher oft nach individuellem Ermessen. Vor diesem Hintergrund lancierte das Netzwerk der Mobilen Palliative-Care-Dienste von palliative.ch ein Projekt zur praktischen Erprobung des «EPS-Tests» als einheitliches Instrument zur frühzeitigen Bedarfserkennung. Zwischen September 2024 und August 2025 wurde der Test in vier Erhebungen mit insgesamt 3'920 Auswertungen geprüft: einerseits im praktischen Einsatz durch neun MPDs, andererseits in Testungen, bei denen Fachpersonen unterschiedlicher Berufsgruppen und Settings (MPD, Spitex, Langzeitpflege) dieselben Fälle unabhängig beurteilten. Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorgehen durch das Büro BASS. 

Die Ergebnisse fielen überwiegend positiv aus: Der EPS-Test lieferte mit rund 80% Übereinstimmung zur intuitiven Fachpersoneneinschätzung sowie 84% Übereinstimmung zwischen verschiedenen Beurteilenden zuverlässige und nachvollziehbare Resultate – unabhängig von Berufsgruppe oder Ausbildungsniveau. Rund drei Viertel der Fachpersonen fanden das Instrument hilfreich. Gleichzeitig zeigten sich Schwächen bei der Erfassung von Early-Palliative-Care-Situationen und komplexen Krankheitsbildern wie fortgeschrittener Demenz sowie Optimierungspotenzial bei einzelnen Indikatoren. Empfohlen werden die Erweiterung und Präzisierung der Indikatoren, der Ausbau von Schulung und Manual sowie eine vertiefte wissenschaftliche Prüfung, um das Vorhaben in ein evidenzbasiertes Folgeprojekt zu überführen. Der Erfahrungsbericht fasst die Erkenntnisse des Projekts zusammen und zeigt: Das Projekt gilt insgesamt als erfolgreich und schafft eine tragfähige Grundlage für eine künftige breite Implementierung.

Dokumentation

Dokumentation 2026

Indikationskriterien für spezialisierte Palliative Care

Eckdaten

  • Trägerschaft

    palliative.ch

  • Projektleitung

    Dr. phil. nat. et sci. med. Corina Wirth

  • Partnerorganisationen

    Spitex Zürich, Palliative Spitex Aargau, MPD Bern, MPCT-Basel-Stadt, MPD Arlesheim, Krebsliga Ostschweiz, MPC Mobile Palliative Care GmbH Solothurn

  • Projektlaufzeit

    2024–2026

  • Gesamtprojektkosten

    CHF 286'249

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 260'000