Siedlungs- und Wohnassistenz, Horgen

Das Horgener Altersleitbild ist kein Papiertiger, sondern wird aktiv umgesetzt: Eine Siedlungs- und Wohnassistenz unterstützt durch geschickte Vernetzung ältere Menschen in ihrer Wohnautonomie. Das zweijährige Pilotprojekt wurde wissenschaftlich begleitet.

Projektbeschrieb

In Ihrem Altersleitbild setzt sich die Gemeinde Horgen das Ziel, selbständiges Wohnen im Alter in vertrauter Umgebung zu unterstützen. Ihr Sozialraum-Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Zielerreichung, da die Eigenkräfte der Einzelnen, der Gemeinschaft und des Wohnumfelds geweckt, gestützt und gefördert werden. Gemeinwesenarbeiterinnen haben die Aufgabe, das Zusammenspiel dieser verschiedenen Kräfte und Ressourcen zu mobilisieren und in Schwung zu halten. 

Das Projekt «Siedlungs- und Wohnassistenz» hat zwei Schwerpunkte: 
Die Siedlungsassistenz richtet sich an die Bewohner der Alterssiedlung Baumgärtlihof. Eine Gemeinwesenarbeiterin geht aktiv auf die Mieterinnen und Mieter zu und klärt den Bedarf für stützende Massnahmen ab. Ist der Bedarf vorhanden, organisiert sie Unterstützung über Bezugspersonen wie Nachbarn oder Verwandte. Diese sollten längerfristig zu Hilfeleistungen bereit sein. Zudem koordiniert sie den Kontakt zu professionellen Diensten. Als Ansprech- und Vertrauensperson mit festen Präsenzzeiten steht die Siedlungsassistenz der Mieterschaft für persönliche Anliegen und Informationen zur Verfügung. Sie fördert die Ressourcen der Siedlungsgemeinschaft über Gruppentreffen oder gemeinschaftliche Aktivitäten, schafft Kontaktgefässe und Vernetzung. 

Die Wohnassistenz verfügt über ein analoges Angebot wie die Siedlungsassistenz und richtet sich an die über 75-jährigen Bewohner des umliegenden Quartiers. Die Gemeinwesenarbeiterin nimmt aktiv Kontakt zur betagten Quartiersbevölkerung auf. Wenn erwünscht, klärt sie bei Hausbesuchen die Lebenssituation ab und etabliert ein langfristig stabiles Stützsystem aus Bezugspersonen und Diensten. Dieses Netzwerk soll ausreichend Hilfestellung bieten, um autonomes Wohnen in den eigenen vier Wänden nachhaltig zu ermöglichen. 

Zum Projekt gibt es einen Erfahrungsbericht (2012) der Trägerschaft sowie eine Evaluation (2012) vom Büro Interface, das die Pilotphase begleitet hat und die Weiterführung des Projektes empfiehlt. Die Siedlungs- und Wohnassistenz im Regelbetrieb wird im Age-Impuls 2017 beschrieben.
 

Dokumentation

Dokumentation 2012

Erfahrungsbericht (2012)

Dokumentation 2012

Studie (2012)

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Gemeinde Horgen

  • Partnerorganisationen

    INTERFACE, Politikstudien Forschung Beratung, Luzern

  • Projektlaufzeit

    2010–2012

  • Gesamtprojektkosten

    CHF 258'000.- für zwei Jahre

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 15'000