VAOF – Wohnen im Alter im Oberen Fricktal

Im Oberen Fricktal arbeitet man aktiv an Lösungen für die künftigen demografischen Herausforderungen in der Region. Entwickelt wurde eine integrierte, zukunftsgerichtete Altersversorgung auf unterschiedlichen Ebenen. Der gemeindeübergreifende, regionalplanerische Entwicklungsprozess wurde für interessierte Kreise umfassend dokumentiert. 

Projektbeschrieb

Dem Verein für Altersbetreuung Oberes Fricktal (VAOF) gehören 25 Aargauer Gemeinden zwischen Jurakamm und Rhein an. 1970 wurde der VAOF für die Führung von Altersheimen gegründet. Heute wendet sich der Verein auch weiteren Arbeitsfeldern zu. Zentral dabei: Der Aufbau und die Koordination von Angeboten für autonom lebende ältere Personen. 2009 gab der VAOF eine Studie in Auftrag, die den Bedarf im oberen Fricktal analysierte und als Grundlage für die strategische Weiterentwicklung des VAOF diente. Daraus wurde eine Serie von Massnahmen abgeleitet:

  1. Koordination Altersvorsorge Fricktal. Durch die Vernetzung der wesentlichen Akteure im Fricktal und die Koordination ihrer Aktivitäten soll älteren Menschen ein breites und koordiniertes Angebot an Betreuung und Unterstützung geboten werden. Im Rahmen des Regionalplanungsverbandes soll eine gemeindeübergreifende Versorgungsregion Fricktal entstehen. 

     
  2. Aufzeigen des Entwicklungspotenzials der Gemeinden. Bei den politischen Verantwortlichen in den Gemeinden soll das Verständnis der Gemeinde als Sozialraum gefördert werden, indem ein Bericht über den Sozialraum erstellt wird. 

     
  3. Transparenz auf dem Wohnungsmarkt schaffen. Angebot und Nachfrage von altersgerechten bzw. hindernisfreien Wohnungen sollen auf der Website des VAOF erfasst und öffentlich aufgelistet. 

     
  4. Architekten, Hausbesitzer und Investoren sensibilisieren und motivieren, hindernisfrei und altersgerecht zu bauen. 

     
  5. Aufbau einer technischen Lösung. Es wird technische Lösung eingesetzt um das Wohnen mit Service dezentral zu koordinieren. Die Lösung soll eine einfache Kommunikation ermöglichen. Über das technische System sollen auch Sicherheits-Checks durchgeführt werden können. In einer einjährigen Pilotphase wird das Grundangebot getestet. 

     
  6. Aufbau eines Notbett-Angebots des VAOF. Der VAOF soll gewährleisten, dass kurzfristig Pflegebetten bereitgestellt werden können, damit vorsorgliche Eintritte in ein Alterszentrum unnötig werden. Ab Herbst 2012 sollen 3 Notbetten zur Verfügung stehen. 

     
  7. Aufbau von temporären Pflegeplätzen. Zur Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen soll ein flexibles Angebot von Tag/Nacht- und Ferienplätzen aufgebaut werden 

     
  8. Aufbau einer betreuten Alterswohngruppe. Die betreute Alterswohngruppe für Menschen, die zwar keine Pflege, wohl aber eine Struktur im Alltag und ein soziales Netzwerk brauchen, nahm ab Herbst 2012 ihren Betrieb auf. Die Gruppe lebt in einer normalen Wohnung, externe Leistungen werden eingekauft.

    Das Vorhaben wurde erfolgreich umgesetzt und in einer Studie (2015) umfassendend dokumentiert sowie teilweise evaluiert.

Dokumentation

Dokumentation 2015

Studie (2015)

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal

  • Projektleitung

    Andre Rotzetter

  • Projektlaufzeit

    2012–2015

  • Gesamtprojektkosten 

    CHF 3.3 Mio.

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 240'000

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