«Wenn die Erinnerung verblasst»
Ab dem 15. Oktober 2026 läuft in den Deutschschweizer Kinos der Dokumentarfilm «Wenn die Erinnerung verblasst» von Marianne Pletscher und Martina Rieder. Der rund 80-minütige Film zeichnet das Porträt von Birgitta Martensson, die seit über elf Jahren mit Alzheimer lebt – und die darauf besteht, dass es trotzdem ein gutes Leben ist.
Projektbeschrieb
Birgitta Martensson kennt die Krankheit aus verschiedenen Perspektiven: Fünfzehn Jahre lang leitete sie «Alzheimer Schweiz» und prägte die Organisation massgeblich. Auch in ihrer Familie ist Demenz kein unbekanntes Thema – ihre Mutter und ihre ältere Schwester waren betroffen. Lange Zeit trat sie öffentlich auf, sprach offen über ihre Diagnose und ermutigte andere Betroffene, sich frühzeitig abklären zu lassen, um rechtzeitig planen zu können. Der Film begleitet diesen Weg über mehrere Jahre – und zeigt dabei Entwicklungen, die von den Filmemacherinnen nicht vorhersehbar waren. Aus der einst aktiven, offensiv auftretenden Frau wird eine Person, die zunehmend die Ruhe sucht und sich an einfachen Naturerlebnissen freut: Spaziergänge im Wald, fallendes Laub, Schilf im Wind. Auch die Beziehung zu ihrer langjährigen besten Freundin Christiane verändert sich spürbar – eine Entwicklung, mit der die Regisseurinnen am wenigsten gerechnet hatten. So wird der Film nicht nur zu einer Auseinandersetzung mit Demenz, sondern auch zu einem Dokument über Freundschaft und darüber, wie sie sich in der Krankheit verändert, ohne an Bedeutung zu verlieren.
Zentral für die Filmemacherinnen war es, Martenssons Würde zu wahren – auch dort, wo die Krankheit spricht und nicht mehr die Person selbst. Entstanden ist ein Porträt voller Optimismus, Humor und Lebensfreude, das auch der Frage nachgeht, ob Demenz nicht auch als Metapher für Loslassen und Gelassenheit gelesen werden kann. Birgitta Martensson selbst hat den Rohschnitt gesehen und war berührt davon, wie lange und intensiv gemeinsam gearbeitet wurde. Der Film ist ab dem 15. Oktober 2026 in den Kinos in Zürich, Bern, St.Gallen und Luzern zu sehen. Alle Informationen zum Film sind bei «Outside the Box» verfügbar.
Eckdaten
Trägerschaft
Hugofilm doc GmbH
Projektleitung
Marianne Pletscher und Martina Rieder (Co-Regisseurinnen)
Partnerorganisationen
SRF, BAK, Teleproduktionsfonds, Zürcher Filmstiftung, Alzheimer Schweiz, PFD-Stiftung, Walder-Stiftung, ref. Kirche Stadt Zürich, ref. Kirche Kt. Zürich, kath. Kirche Kt. Zürich, diverse Private
Projektlaufzeit
Je nach Erkrankung von Frau Martensson, ca. bis Mitte 2026
Gesamtprojektkosten
CHF 310'000
Beitrag der Age-Stiftung
CHF 70'000